Malas – Die Gebetsketten

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„Gebete ändern die Welt nicht. Aber Gebete ändern die Menschen. Und die verändern die Welt.“  Albert Schweitzer

 

Malas – Die Gebetsketten

Sowohl im Buddhismus als auch im Hinduismus sind Malas, die meist aus 108 Perlen bestehen, beliebtes Hilfsmittel beim Meditieren. Sie erleichtern das Rezitieren von Mantras, den heiligen Sätzen oder Silben. Das wohl bekannteste und kraftvollste Mantra ist das Urmantra OM. Es heißt: Wer OM singt, rezitiert die heiligen Schriften der ganzen Welt. Das Mantra-Singen ist eine wundervolle Art, dem Universum nahe zu kommen. Singen macht glücklich und nährt den Lichtkörper. Es zaubert positive Schwingungen in den Raum, zentriert und dient der inneren Sammlung.  Um die Wiederholungen der Mantras mit Leichtigkeit zählen zu können, verwendet man eine Mala. Sie wird dabei in der Hand gehalten und nach jeder Mantra-Rezitation um eine Perle weitergeschoben.

Die Perlen der Malas werden aus unterschiedlichsten, jedoch vorwiegend natürlichen Materialien hergestellt. So kommen verschiedene Hölzer, Baumfrüchte, Edelsteine, Knochen oder Horn zum Einsatz. Sehr oft besitzen Malas eine zusätzliche, größere Perle, die Guru-Perle, Buddha-Perle, Sumeru-Perle oder Bindu-Perle genannt wird. In dieser Perle läuft das Perlenband – manchmal mit Quaste verziert – zusammen. Als spiritueller Schmuck werden Malas wie Ketten um den Hals oder in gewickelter Form um das Handgelenk getragen.

Die Zahl 108 gilt im Hinduismus und im Buddhismus als heilige Zahl.

Im Hinduismus steht jede Perle für eine der insgesamt 108 Gottheiten, denen der Rezitierende sein Anliegen darbringt.  Namen dieser Gottheiten sind zum Beispiel: Brahma, Vishnu, Shiva, Shakti, Ganesha, Kali, Hanuman, Lakshmi …um nur einige wenige zu nennen.

Im Buddhismus verkörpern die 108 Perlen die 108 Bände der gesammelten Lehren Buddhas. 27 Perlen stehen für Leidenschaften, die es zu überwinden gilt, so dass sich diese in 27 zu erreichende Geistesqualitäten wandeln. Weitere 27 Perlen stellen zu überwindende Herzenstrübungen dar, die sich in 27 zu erreichende Eigenschaften wandeln.

 

Katrin Burga Steiner – Yogalehrerin BDY/EYU