Yoga Baum – Vrksasana
Der Yoga Baum - vrksasana

Yoga Baum – Vrksasana

Die Yoga Übung – Yoga Baum ausführlich und mit Video Anleitung erklärt

Der Yoga Baum - vrksasana

Der Yoga Baum – vrksasana

Vrksasana (Sanskrit: वृक्षासन ) ist eine sehr bekannte Standhaltung und Gleichgewichtspose im Yoga. Der Yoga Baum eignet sich in Variationen sehr gut für Beginner, Mittelstufe und Fortgeschrittene Yogis.

Vrksasana –  vṛkṣāsana वृक्षासन (Sanskrit)

Yoga Baum – vṛkṣa  वृक्ष (Sanskrit)

Haltung, Sitz – āsana आसन (Sanskrit)

Weitere Bezeichnungen sind: vrikshasana, vṛkṣāsana, Baumhaltung, Yogabaum

Diese Haltung symbolisiert den Baum als lebendes Wesen zwischen Himmel und Erde. Einerseits tief verwurzelt in Mutter Erde und das reale Leben spürend. Andererseits die Krone zum Himmel zeigend und Verbindung mit dem Universellen schaffend. Der starke und flexible Stamm hält die Baumkrone und verbindet die Äste mit der Wurzel so, dass Energie fließen kann. Jedes einzelne Blatt saugt das Sonnenlicht auf. Ein junges Bäumchen steht noch unsicher. Doch die Zeit und die Erfahrungen geben ihm Kraft und Widerstandsfähigkeit gegen die Winde des Lebens.

Vrksasana – Der Yoga Baum schult deinen Gleichgewichtssinn, stärkt die tiefen Schichten der Rückenmuskulatur, schenkt Erdung und Zentrierung.

Eine Großartigkeit an den Bäumen ist, dass ihre Krone in den Himmel strebt und die Wurzeln fest in der Erde haften.   Kurt Haberstich (*1948), Schweizer Buchautor und Aphoristiker

 

Also probier’s aus und sei großartig wie ein Baum!


Welche positiven Wirkungen hat die Baum-Haltung?

Welche positiven Wirkungen hat der Yoga Baum?

Körperliche Wirkung:

  • Schulung des Gleichgewichtssinnes
  • Stärkung der Beinmuskulatur
  • Aktivierung des inneren Fußgewölbes
  • Kräftigung: tiefere Schichten der Rückenmuskulatur = Muskelgruppe zur Aufrichtung, Streckung, Seitbeuge und Rotation der Wirbelsäule und kleiner Gesäßmuskel
  • Dehnung: Lenden-Darmbeinmuskel und großer Brustmuskel

Psychisch feinstoffliche Wirkung:

  • steigert Konzentrationsfähigkeit
  • schenkt Erdung und Zentrierung
  • lindert Nervosität und Ruhelosigkeit
  • stärkt inneres und äußeres Gleichgewicht
  • stabilisiert und beruhigt den Geist


Welche Übungen bereiten optimal auf Vrksasana vor?

Welche Übungen bereiten optimal auf Vrksasana vor?

 

Um deinen Körper auf den Yoga Baum einzustimmen, empfehlen wir dir folgende Asanas im Vorfeld zu praktizieren:

Schmetterlingshaltung – Baddhakonasana

Tadasana – Yoga Berg

Kopf-zum-Knie-Haltung – Janusirshasana

Kraftvolle Haltung – Utkatasana


Zubehör und Hilfsmittel für Vrikshasana

Zubehör und Hilfsmittel für den Yoga Baum

 

Bei dieser Asana ist eine Yogamatte mit einer Dicke von max. 4,5 mm für den sichern Stand sehr hilfreich.

Die Yoga Übung - Vrksasana detailliert erklärt

Die Yoga Übung – Vrksasana detailliert erklärt

Visuelle Anleitung für den Yoga Baum

 

Der Yoga Baum - Vrksasana visuell erklärt

 

Step by Step die Asana – Der Yoga Baum – aufbauen

Ausgangsposition ist der aufrechte Stand – Tadasana. Wähle dir einen Punkt vor dir auf dem Boden bzw. an der Wand aus, an dem du dich während der gesamten Übung mit den Augen sozusagen festhalten kannst, um im Gleichgewicht zu bleiben.

Verlagere nun dein Körpergewicht auf links. Um das Fußgewölbe zu aktivieren, hebe die Zehen des linken Fußes an. Nun lege die Zehen des linken Fußes sehr breit auf dem Boden ab. So entsteht eine große Auflagefläche, die für Standfestigkeit sorgt.

Mit der Aktivierung des Beckenbodens und der sanften Anspannung der Bauchdecke stabilisierst du den unteren Rücken.

Stemme die linke Ferse gegen den Boden und wachse über die gesamte linke Seite in die Länge. Strebe dabei mit dem Schädeldach gen Himmel.

Hebe jetzt dein rechtes Knie an, bewege es nach rechts. Nimm deine rechte Hand zur Hilfe und platziere die rechte Fußsohle an der Innenseite des linken Oberschenkels. Optimal ist es, wenn die Ferse Verbindung mit dem Damm hat. Ist das nicht möglich, kannst du den rechten Fuß auch etwas tiefer aufsetzen – keinesfalls jedoch gegen das Knie!

Der linke Oberschenkelknochen soll sicher in der Hüftgelenkpfanne sitzen. Das erreichst du mit dem Anhaben der rechten Hüftseite. Achte immer darauf, dass die Hüfte nach vorne ausgerichtet ist. Dabei zeigen deine Darmbeinstachel in die Richtung des Standfußes.

Du verhinderst das Abrutschen des Fußes, indem du einen Gegendruck (Oberschenkel gegen Fuß und Fuß gegen Oberschenkel) aufbaust.

Kontrahiere nun die Beckenbodenmuskulatur und richte den gesamten Körper auf. Führe die Hände vor der Brust zur Grußhaltung (Namaskara Mudra) zusammen. Weite deine Schultern. Bewege dazu die Schulterblätter aufeinander zu und nach unten.

Hebe deine Arme an, so dass die Hände jetzt über dem Kopf aneinander liegen. Behalte die Aufrichtung der Wirbelsäule und die Weite in den Schultern bei.

Fixiere nun den Punkt vor dir, balanciere deinen Körper aus und komm in Verbindung mit deinem Atem.

In der Haltung

Richte deinen Fokus auf die Verbindung mit der Erde, die Standfestigkeit gepaart mit Flexibilität und Balance. Nimm auch Kontakt mit der Weite des Himmelszeltes auf und lass deinen Atem tief und frei fließen. Du bist jetzt ein atmendes, bewegliches Bindeglied zwischen Himmel und Erde. Entspanne deine Gesichtsmuskulatur und schenke dir ein wundervolles Lächeln.

Das Verlassen der Stellung

Zum Auflösen der Baumhaltung lass deine Hände wieder zu Namaskara Mudra vor die Brust sinken.

Anschließend löst du den rechten Fuß vom linken Oberschenkel.

Hebe jetzt das rechte Knie vor den Bauch an und umfasse es mit beiden Händen.

Lass deinen Blick auf einen Punkt vor dir, nahe dem linken Fußes wandern und fixiere ihn, um das Gleichgewicht halten zu können.

Nun zieh das rechte Knie möglichst nahe zum Oberkörper, runde deinen Rücken und bewege den Kopf in Richtung Knie. Das trägt zur Entspannung der Rückenmuskulatur sowie zur Mobilisierung des Iliosakralgelenkes bei.

Geschafft! Stelle nun den rechten Fuß hüftgelenkbreit neben dem linken Fuß ab und richte dich sanft auf.

Spüre der Yogahaltung nach. Dazu kannst du gerne deine Augen schließen. Vergleiche dabei deine Körperhälften. Wenn beide Füße gefühlt wieder gleich fest am Boden stehen, dann öffne deine Augen.

Wiederhole nun Vrksasana mit der anderen Seite.


Praxis Video zum Üben für Zuhause

Praxis-Video Anleitung zum Üben für zu Hause



Wann solltest du vorsichtig beim Praktizieren von Vrksasana sein?

Wann solltest du vorsichtig beim Praktizieren von Vrksasana sein?

 

Besondere Vorsicht solltest du walten lassen, wenn du sehr niedrigen oder schwankenden Blutdruck hast. Bei Hüftproblemen, die die seitliche Bewegung des Beines einschränken könntest du alternativ die Variante B üben.

Expertentipp

Tipps zum Üben der Baumhaltung

  • Wenn es dir schwer fällt, das Gleichgewicht zu halten, übe nicht auf der Matte sondern stelle dich direkt auf den Boden. Platziere einen Stuhl in deiner Nähe, an dessen Lehne du dich jederzeit festhalten kannst. Eine Wand in deiner Reichweite erfüllt den gleichen Zweck.
  • Je dicker die Yogamatte ist, auf der du stehst, desto herausfordernder wird es sein, die Balance zu halten.
  • Wenn du die Herausforderung suchst, dann rolle deine Matte zusammen und stelle dich darauf. Das Fußgewölbe passt gut auf die Rundung der Rolle. So erhöht sich der Schwierigkeitsgrad um ein Vielfaches.



Variationen und Alternativen des Yogabaums

Variationen und Alternativen von Vrkshasana

A) Platziere die rechte Fußsohle an linken Innenknöchel. Die Zehen des rechten Fußes berühren zur Stabilisierung den Boden (für Beginner).

B) Der rechte Fuß steht auf dem linken Fußrücken (bei Hüftproblemen).

C) Die rechte Fußsohle ist seitlich an den linken Unterschenkel gesetzt (Mittelstufe).

D) Stelle die rechte Fußsohle mit leichtem Druck seitlich an den linken Oberschenkel. Erzeuge einen angemessenen Gegendruck mit dem Oberschenkel, so dass der Fuß nicht abrutscht (Fortgeschrittene).

E) Schließe deine Augen – aber Vorsicht! – es wird „windig“ (Fortgeschrittene).

F) Bewegungsablauf – Vriksha Kriya –Armbewegungen, Mudras und Atemführung erhöhen den Schwierigkeitsgrad, schulen Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit:

  • Du stehst während der Kriya in der Baum-Haltung. Beginne mit dem linken Bein als Standbein.
  • Zu Anfang befinden sich die Hände in der Grußhaltung (Namaskara Mudra). Dabei sind die Handflächen vor der Brust aneinander gelegt und die Finger zeigen geschlossen Richtung Himmel.
  • Mit Einatmung wechsle zu Ksepana Mudra (Geste des Loslassens) so, dass die Zeigefinger gestreckt aneinander liegen. Alle anderen Finger sind gebeugt und gegeneinander verschränkt. Strecke nun deine Arme nach oben aus und bring die Hände über den Kopf.
  • Ausatmend wandern die gestreckten Arme seitlich bis auf Schulterhöhe, wobei die Hände die Geste des Wissens (Chin Mudra) einnehmen. Daumen und Zeigefinger bilden einen Kreis, Mittel-, Ring- und kleiner Finger sind gestreckt und die Handfläche zeigt zur Erde.
  • Mit der nächsten Einatmung drehe die Arme und beuge die Ellbogen, so dass Handflächen zum Himmel zeigen und die Geste des Bewusstseins (Jnana Mudra) entsteht. Daumen und Zeigefinger bilden einen Kreis, Mittel-, Ring- und kleiner Finger sind gestreckt und die Handfläche zeigt nach oben.
  • Beim Ausatmen kehre mit den Händen zur Ausgangsstellung Namaskara Mudra vor der Brust zurück.
  • Fließe 3, 6 oder 12 Mal durch diese Kriya und spüre anschließend für ein paar Atemzüge in Tadasana – dem aufrechten Stand – nach, bevor du zum rechten Bein als Standbein wechselst.


Übungen zum Ausgleich nach der Baum-Haltung

Übungen zum Ausgleich nach dem Yoga Baum

Vorbeuge im StandUttanasana

Stellung des Kindes – Dharmikasana

Wechselatmung – Nadi Shodhana

Es ist toll, dass du die Beschreibung dieser Asana gelesen hast. Vielleicht hast du auch schon geübt? Ich würde mich sehr über ein Feedback von dir freuen.


Katrin Burga Steiner

Katrin B. Steiner

 

Gründerin von {YOGA STILVOLL} und Yogalererin BDY

Meine Leidenschaft für Yoga habe ich 2006 entdeckt. 2007 entschied ich mich dazu, mich zur Hatha-Yogalehrerin ausbilden zu lassen und seitdem unterrichte ich immer wieder an verschiedenen Institutionen in Thüringen. Ich bin ein großer Fan des Sonnengrußes, den ich regelmäßig in allen Varianten praktiziere. Neben Hatha Yoga liebe ich Jivamukti Yoga! Die Wirkung von Yoga auf den Geist und Körper fasziniert mich sehr und mit meinen Texten kann ich euch an meiner Freude am Yoga teilhaben lassen.

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