Prana

Prana – Die Energie des Universums

Prana verschafft mehr Energie und Lebensfreude

Prana ist ein kurzes Wort mit einer überaus wichtigen Bedeutung, denn es bezeichnet die universelle Energie, die in uns steckt. Sie bestimmt, wie wir auf andere Menschen wirken und wie aktiv und ausgeglichen wir im Alltag sind. In diesem Artikel erfährst du u.a., wie Prana in den Körper gelangt, welche Auswirkungen es auf Körper und Geist hat und welche verschiedenen Arten man unterscheiden kann. 

Was ist Prana und warum ist es so wichtig für uns?

Was ist Prana und warum ist es so wichtig für uns?

Der Begriff Prana bezeichnet die feinstoffliche Energie, die in und um uns ist. Oft wird sie auch als universelle Energie bezeichnet, was auf ihren Ursprung aus dem Universum hindeutet.

Prana befindet sich in unserem Körper und verteilt sich dort mithilfe von feinstofflichen Energiebahnen. Es steuert zahllose geistige und körperliche Vorgänge und ist deswegen unerlässlich für unser inneres Gleichgewicht.

Dein persönliches Energielevel, die Ausstrahlung oder Aura einer Person, zwischenmenschliche Dynamiken und die Atmosphäre von Orten wird durch den jeweiligen Prana-Gehalt bestimmt. Diese universelle Lebensenergie wirkt zumeist unbewusst und bestimmt trotzdem in hohem Maße unsere Gefühle.

Bei einem gesunden und ausgeglichenen Lebensstil – also bei ausreichender Bewegung, gesunder Ernährung und einem sorgenfreien Gemüt – kann die universelle Energie ungehindert in deinem Körper fließen und seine besonderen Wirkungen entfalten.

Wenn du Yoga praktizierst, kannst du zudem lernen, Prana gezielt zu aktivieren und zu lenken. Durch diese bewussten Steuervorgänge kannst du dazu beitragen, dass die universelle Energie sich an bestimmten Stellen deines Körpers entfalten kann.

Wie gelangt Prana in den Körper?

Wie gelangt Prana in den Körper?

In den Schriften des Yoga heißt es, dass jeder Mensch bereits seit seiner Geburt einen bestimmten Anteil an Prana in sich trägt. Die jeweilige Menge bestimmt, wie aktiv und ausgeglichen eine Person in ihrem Leben ist.

Ein hoher Wert bedeutet demnach mehr Lebensfreude und Energie, während Menschen mit weniger universeller Energie eher zu Erschöpfungserscheinungen, Lustlosigkeit und Schwäche neigen. Wer sein Prana bewusst steigert, gewinnt an Kraft und Ausgeglichenheit.

Aber keine Sorge, Prana kann auch von außen aufgenommen und gezielt aktiviert werden! Bei jeder Einatmung gelangt Prana mit dem Sauerstoff in deinen Körper. Auch sportliche Aktivitäten, Bewegung an der frischen Luft und eine ausgeglichene Ernährung führen dazu, dass du mehr universelle Lebensenergie gewinnst. Selbst natürliches Licht zählt zu den Energiequellen, durch die Prana aufgenommen wird!

 

Gut zu wissen

Vielleicht ist dir auch schon einmal aufgefallen, dass du durch bestimmte Begegnungen mit anderen Menschen entweder besonders erschöpft oder energiegeladen bist. Auch dieses Phänomen hängt eng mit der Energie des Universums zusammen, denn in jeder zwischenmenschlichen Beziehung findet ein gegenseitiger Prana-Austausch statt, der allerdings häufig ungleich abläuft.

Man kann deswegen zwischen energiespendenden und energieraubenden Beziehungen unterscheiden. Während du bei energiespendenden Begegnungen immer ausgelassener und fröhlicher wirst, fühlst du dich nach Treffen mit energieraubenden Personen erschöpft und unzufrieden. Auch wenn diese Vorgänge unbewusst und unbeabsichtigt stattfinden, solltest du darauf achten, welche Kontakte dir besonders guttun und welche du eher vermeiden solltest.

 

In der Yoga-Philosophie sind folgende fünf Quellen zur Aufnahme von Prana bekannt:

  • Erde – Prana gelangt durch Essen in den Körper.
  • Wasser – Die Energie wird durch das Zusichnehmen von Flüssigkeiten in den Körper befördert.

    Eine gesunde Ernährung und soziale Begegnungen können den Prana-Gehalt im Körper erhöhen

  • Feuer – Damit ist im übertragenen Sinne auch Licht, insbesondere Tageslicht, für die Aufnahme von Prana zuständig.
  • Luft – Der Sauerstoff, den wir einatmen, führt zu der Steigerung von Prana im Körper. 
  • Äther – Hiermit sind die unbewusst wahrnehmbaren Energien gemeint, die von anderen Menschen oder bestimmten Orten ausgehen

Welche Faktoren verhindern die freie Aufnahme und Bewegung von Prana?

Welche Faktoren verhindern die freie Aufnahme und Bewegung von Prana?

Das Prana, dass sich bereits im Körper befindet, strömt durch natürliche Prozesse auch wieder aus ihm heraus. Dazu zählen alle Arten von Tätigkeiten, Sprechen und die energetische Ausstrahlung, die automatisch stattfindet.

Bei einem gesunden Lebensstil wird dieser Verlust an universeller Lebensenergie normalerweise automatisch wieder aufgeladen. In unserer heutigen Zeit fällt es vielen Menschen allerdings immer schwerer, ein angemessenes Gleichgewicht zwischen Ernährung, Bewegung und Entspannung zu finden.

Durch Stress, Sorgen und Ängste und ein physisches Ungleichgewicht kommt es deswegen häufig zu Blockierungen im Prana-Fluss. Diese Blockaden drücken sich für viele Menschen auf ganz unterschiedliche Art und Weise und an verschiedenen Stellen des Körpers aus. Sehr oft kommt es zu Verspannungen im Rücken, Magen oder Herzbereich.

Auch Menschen, die sich ständig in Bewegung befinden, immer arbeiten und sich nicht die Zeit nehmen, um kurz innezuhalten, verlieren zunehmend an Prana. Da nicht automatisch genügend neue Lebensenergie aufgenommen werden kann, geraten sie geistig und körperlich an ihre Grenzen.

VIDEO: PRANA MEDITATION

VIDEO: PRANA MEDITATION


Welche Rolle spielt die Yoga-Praxis für den Prana-Fluss?

Welche Rolle spielt die Yoga-Praxis für den Prana-Fluss?

Im Yoga geht es darum, ein Gleichgewicht zwischen der psychischen und physischen Ebene zu schaffen. Aus diesem Grund spielen spezielle Körperübungen, sogenannte asanas, und bewusste Steuerung des Atems, pranayama, eine gleichermaßen wichtige Rolle.

Asanas und Pranayama sind eng miteinander verflochten. Während die körperlichen Übungen unseren Organismus von allen inneren Verunreinigungen befreien und Blockierungen beseitigen, versucht pranayama die Atmung möglichst gezielt zu verlängern, zu halten und zu lenken.

Es heißt, dass der Atem Körper und Seele miteinander verbindet und beide in ein Gleichgewicht bringt. Indem du Yoga praktizierst, trägst du merklich zu einer verbesserten Gesundheit, mehr Zufriedenheit und einer erhöhten Aufnahme von Prana bei.

 

Was sind eigentlich nadis?

Nadis sind die feinstofflichen Energiekanäle, die sich in einer Art Netzwerk durch unseren gesamten Körper ziehen. Sie haben die Aufgabe, das aufgenommene Prana in die verschiedensten Bereiche des Körpers zu lenken, sodass sie dort ihre speziellen Wirkungen entfalten können.

Wie es auch bei Bachläufen oder kleinen Wasserkanälen oft der Fall ist, können die nadis leicht verunreinigt oder blockiert werden. Wenn das passiert, gerät der Prana-Fluss ins Stocken, was zu verheerenden Folgen für unser körperliches und seelisches Gleichgewicht führen kann.

Deswegen gilt es, die nadis durch gezielte Aktivierungs- und Reinigungsübungen des Yoga rein zu halten. Denn nur freie nadis können ein freies Fließen von Prana garantieren.

Panch Prana Vayu: Die fünf Manifestationen der Lebensenergie

Panch Prana Vayu: Die fünf Manifestationen der Lebensenergie

Im Yoga geht man davon aus, dass es eine allumfassende Energie, das maha prana, gibt. Diese große Lebensenergie wurde von der göttlichen Energie Brahman genutzt, um alle Lebensformen und Dinge auf Erden zu erschaffen.

Maha prana wird in fünf unterschiedliche Arten, auch vayu genannt, unterteilt. Diese fünf vayus haben verschiedene Aufgaben und Funktionen. Sie sind z.B. zuständig für die Aufnahme, den Ausstoß, die Umwandlung und die Verbreitung von universeller Lebensenergie. Durch Yoga-Übungen kann man diese Energien steuern und ihnen zu einem freien Fluss verhelfen und ihre Wirkungsweisen auf diese Weise unterstützen.

Hier findest du eine Liste der Panch Prana Vayu mit ihren jeweiligen Funktionen und Fließrichtungen:

 

  • Apana Vayu – abgebende Kraft

Wird auch als Mondatem bezeichnet. Diese Energie befindet sich im Beckenbereich. Apana Vayu ist zuständig für die Ausatmung, den Abbau negativer Substanzen sowie für die ,,Ausscheidung von Kot, Urin, Menstruationsblut und Schweiß‘‘ (Kistenmacher, S. 36). Außerdem baut sie negative Energien und durch Stress, Ärger und Sorgen entstandene Gefühle ab und kühlt den Körper.

Sie steht in Verbindung zu Kreativität und regenerativen Prozessen des Körpers (z.B. Sexualität, Geburt, Menstruation etc.).

Fließrichtung: abwärts

 

  • Prana Vayu – aufnehmende Energie

Heißt auch Sonnenatem. Sie hat ihren Sitz im Brustbereich. Reguliert das Atemsystem, also Einatmung, Lungenfunktion und Muskeln, die zur Atmung nötig sind. Nimmt Energie auf. Zusammenhang mit Überlebensinstinkt.

Fließrichtung: aufwärts

 

  • Samana Vayu – integrierende und klärende Energie

Wird im Bauchbereich verortet, steuert dort Verdauungsvorgänge und jeweilige Organe. Wandelt Energie um und verarbeitet Gefühle sowie Eindrücke, die wir über unsere Sinne aufnehmen. Verbindet Prana und apana zu pranapana, wodurch ein körperliches Gleichgewicht entsteht. Steht im Zusammenhang mit Selbstbewusstsein, Willens- und Durchsetzungskraft.

Fließrichtung: spiralförmig

 

  • Vyana Vayu – verteilende Energie

Kann nicht auf einen bestimmten Körperbereich festgesetzt werden, da es im gesamten Körper wirkt. Zuständig für den Blutkreislauf, Funktionen der Muskeln und des Herzens sowie für jegliche Bewegungen. Unterstützt die Funktion der anderen vier vayus. Transportiert universelle Lebensenergie, die durch Ernährung und Atmung gewonnen wurde, durch den ganzen Körper.

Fließrichtung: nach außen

 

  • Udana Vayu – regulierende Energie

Hat ihren Sitz im Kehlkopfbereich. Steuert verbale Kommunikation, Nervensystem, Gehirnfunktionen und Hormonhaushalt. Ist eine transzendentale Energie, da sie eng mit Schlaf und Träumen zusammenhängt und Prana im Moment des Todes in den Äther leitet.

Fließrichtung: kreisförmig

Wenn du die verschiedenen Eigenschaften und Aufgabenbereiche dieser fünf vayus kennst, wird es dir leichter fallen, sie bewusst zu aktivieren und auszugleichen. Durch spezielle asanas und pranayama-Übungen kannst du dazu beitragen, dass sie ungehindert durch den Körper fließen können.

Mit diesen 5 Tipps kannst du dein Prana gezielt verbessern:

Mit diesen 5 Tipps kannst du dein Prana gezielt verbessern:

Es ist überaus wichtig, dein Lebensenergie-Level bewusst zu erhöhen, um ein verbessertes Körpergefühl und einen klaren Geisteszustand herbeizuführen. Mit den folgenden 5 Tipps kannst du aktiv zur Heilung deines Prana und zu mehr Energie beitragen:

  • Praktiziere regelmäßig Yoga. Durch eine Mischung aus Körper- und Atemübungen kannst du unglaublich viele Probleme lösen und gleichzeitig Körper und Geist in Einklang bringen.
  • Achte auf eine gesunde Ernährung. Vermeide zu fettige, salzige und schwere Nahrung und Genussmittel wie Alkohol, Zigaretten und Süßigkeiten. Sie beschweren deinen Körper und führen zu gestörten Prana-Werten.
  • Beweg‘ dich. Bleib aktiv, mach Sport oder unternimm Spaziergänge.
  • Finde Ruhe. Nimm dir jeden Tag ein wenig Zeit, um dich ganz auf dich selbst zu besinnen und von allen Sorgen und Ängsten Abstand zu nehmen.
  • Verbringe viel Zeit in der Natur. Licht, Luft und Vogelgezwitscher haben eine einzigartige Wirkung auf deine Psyche und helfen dir dabei, dich auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren.

Hat dieser Text dir weitergeholfen oder dich sogar inspiriert? Oder hast du Anmerkungen, die du gerne teilen möchtest? Ich freue mich auf deine Meinung!

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Quellen und weiterführende Lektüre:

  • Kistenmacher, Gitta: Die Atemschule des Yoga – Übungsbegleiter zum tieferen Verständnis der Pranayama-Praxis. Darmstadt: Schirner Verlag, 2012.
  • Trökes, Anna: Das grosse Yogabuch. Das moderne Standardwerk zum Hatha-Yoga. München: Gräfe und Unzer Verlag, 2000.
  • Waesse, Harry; Kyrein, Martin: Yoga für Einsteiger. München: Gräfer und Unzer-Verlag, 2010. (eBook)
  • https://www.bayernwinkel.de/die-5-prana-vayus-dynamik-der-lebenskraft



Autorin Sophie Dieck von Yoga Stilvoll

Sophie Dieck

Über Sophie Dieck als Autorin

Schon vor meinem Indologie-Studium faszinierten mich ganz unterschiedliche Bereiche der vielfältigen indischen Kultur. Während meiner Aufenthalte in Indien fielen mir oft Schnittpunkte zwischen Alltagskultur und jahrhundertealten philosophischen Traditionen auf, die sich—bewusst oder unbewusst—in den Leben der Menschen manifestiert hatten. Obwohl ich bereits seit langem Yoga in seiner ‚westlichen‘ Fitness-Form praktiziere, lernte ich erst vor ein paar Jahren eine Yogalehrerin kennen, die mir Yoga als allumfassende Philosophie nahebrachte. Durch meine Beiträge möchte ich dieses Wissen gut verständlich weitergeben und meinen Fokus auf die verschiedenen philosophischen Grundgedanken legen, um ein Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis zu schaffen.

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