Lakshmi
Lakshmi – Die Göttin, die ihrer Anhängerschaft Wohlstand und Glück verheißt

Lakshmi – Die Göttin, die ihrer Anhängerschaft Wohlstand und Glück verheißt

Lakshmi – Die Göttin, die ihrer Anhängerschaft Wohlstand und Glück verheißt

Reichtum und Glück – Die Göttin Lakshmi

 

Die schöne Göttin wird mit Glück und Wohlstand in Verbindung gebracht und ist deswegen auch heute noch bei vielen Menschen sehr beliebt. Ihre vielfältigen Eigenschaften finden in acht unterschiedlichen Erscheinungsformen Ausdruck. Interessante Fakten über Lakshmis Symbole und Verehrungsformen findest du in diesem Text.

Wichtige Fakten über die Göttin

Wichtige Fakten über die Göttin

 

Bilder und kleine Statuen der Göttin Lakshmi finden sich an den vielfältigsten Orten in Indien. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, wofür sie angebetet wird: Reichtum und Glück. Für viele ist sie allerdings vor allem eine Muttergöttin und wird deswegen auch als Ma oder Mata angesprochen.Lakshmi (die bei ihren Anhänger/innen auch unter dem Namen ,Shri‘ bekannt ist, was auf ihre shaktische Kraft hindeutet) ist mit dem Gott Vishnu, dem Erhalter des Universums, verheiratet. Mythologischen Erzählungen zufolge ist sie ihm so sehr zugetan, dass sie ihm in jede seiner Avatare (,Herabstiege‘, also verschiedene Erscheinungsformen) folgte, um weiterhin in Gestalt seiner Ehefrau mit ihm zusammen zu sein.

Gut zu Wissen

Als Vishnu sich in den Zwerg Vamana verwandelte, um gegen den Dämon Bali zu kämpfen, verwandelte sich seine Ehefrau in Kamala/Padma, um ihm während dieser Zeit beizustehen.

In seiner menschlichen Form Parashurama begleitete sie ihn als Dharani.

Am legendärsten ist wahrscheinlich ihre Rolle der Sita, Ehefrau von Rama aus dem indischen Epos ,Ramayana‘. Hier gilt sie als ideale Ehefrau und Mutter.

Eine populäre Erklärung zu ihrer Entstehung besagt, dass sie auf einer Lotosblume sitzend aus dem kosmischen Milchmeer aufstieg, als dieses gerade von den Göttern gequirlt wurde. Zu jener Zeit lieferten sich sämtliche hinduistische Gottheiten einen harten Kampf gegen die Dämonen. Auch bei Lakshmis Erscheinen entstand ein Streit darüber, welcher der beiden Parteien sie gehören sollte. Zum Glück für die Göttin ging die Entscheidung zugunsten der Götterwelt aus.

Woran kann man sie erkennen?

Woran kann man sie erkennen?

 

Lakshmi ist eine äußerst beliebte Göttin in der heutigen Glaubenswelt des Hinduismus. Neben materiellem und geistigem Wohlstand wird sie auch mit Schönheit und Fülle in Verbindung gebracht. Aus diesen Gründen ist es nicht allzu abwegig, dass sie in der Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielt und z.B. um reiche Erträge bei der Ernte gebeten wird.

Auch im Handels- und Unternehmensbereich wird sie sehr geachtet und angebetet, nicht zuletzt, um ihrer Anhängerschaft dort materielle Reichtümer und einen glücklichen Ablauf von Geschäften zu gewähren.

Auf den meisten Darstellungen ist Lakshmi anhand einer riesigen Lotosblume erkennbar, auf der sie entweder sitzt oder steht. Die Blume selbst ist von Wasser umgeben; die Entstehungsgeschichte der Göttin legt nahe, dass es sich bei diesem Gewässer um das kosmische Milchmeer handelt.

Wie viele Göttinnen der hinduistischen Götterwelt ist auch Lakshmi von atemberaubender Schönheit. Sie ist zudem ein Symbol für Fruchtbarkeit und Reinheit.

Hier findest du eine Liste mit den wichtigsten Attributen und Objekten der Glücksgöttin:

Lakshmi Gott des Hinduismus

Die wichtigsten Attribute Lakshmis


  • Die Lotosblume(n): Allgemein gilt sie als Thron für die Gottheiten. Auf Lakshmi bezogen gewinnt sie allerdings eine weitere Bedeutung und steht für Reinheit. Außerdem hält sie zwei Lotosblumen in den Händen, auch sie deuten auf Reichtum und Wohlstand hin.
  • Der rote Sari: Häufig trägt die Göttin ein Gewand aus tiefrotem Seidenstoff, der mit Goldstickereien verziert Farbe und Ornamente stehen, gemäß Lakshmis Eigenschaften, für Fülle und ein Leben im Wohlstand.
  • Die vier Arme: Auffällig sind ihre vier Arme. Sie stehen für die vier Säulen der menschlichen Existenz, nämlich dharma (Rechtschaffenheit und Befolgen der göttlichen Ordnung), kama (Begierde), artha (Wohlstand, vor allem materiell) und moksha (Erlösung vom Kreislauf des karma und der Wiedergeburten). In ihren vier Händen hält Lakshmi verschiedene Gegenstände.
  • Der Krug: Auf vielen Abbildungen hält Lakshmi einen goldenen Krug in der Hand oder unter ihrem Arm. Er symbolisiert Fülle, Weisheit und Leben. Oft fallen Goldmünzen aus dem Krug (auf anderen Darstellungen ,fließen‘ diese Münzen zusätzlich auch aus Lakshmis Hand in ein Gefäß vor ihr). Ihre Bedeutung ist selbsterklärend.
  • Die Elefanten: Häufig wird Lakshmi von zwei Elefanten flankiert, die sie aus ihren Rüsseln mit Wasser besprühen. Wasser ist ein Zeichen für Leben und Fruchtbarkeit und somit eine reiche Existenz. Die Elefanten deuten auf die Befolgung des persönlichen dharma hin und sind außerdem Symbole für Reinheit und Weisheit. All diese Dinge sollen die Menschen schließlich zu materiellem und spirituellem Reichtum führen.
  • Das Reittier: Obwohl es meistens nicht auf Abbildungen zu finden ist, ist Lakshmis Reittier die Eule. Sie steht für Weisheit und Wissen.



Als ,Lakshmi-Naravan‚ werden Darstellungen bezeichnet, die Lakshmi Seite an Seite mit ihrem Ehemann Vishnu zeigen. Das Götterpaar ruht dabei häufig auf der Weltenschlange, die bei der Schöpfung des Kosmos eine wichtige Rolle spielte.

Ashta-Lakshmi oder Die acht Erscheinungsformen Lakshmis

Ashta-Lakshmi oder Die acht Erscheinungsformen Lakshmis

 

Die Göttin des Wohlstands trägt noch eine weitere Besonderheit in sich: Sie tritt in acht verschiedenen Erscheinungsformen auf, von denen eine jede eine ihrer vielen Eigenschaften hervorhebt.

Diese acht Gestalten Lakshmis werden auch als ,Ashta-Lakshmi‘ bezeichnet. Neben den Attributen der Göttin stellen sie die grundlegenden Bedürfnisse und Begierden der Menschen heraus.

Im folgenden findest du alle acht Erscheinungsformen mitsamt ihrer Besonderheiten:

  1. Aadi-Lakshmi → Sie ist die Tochter des Weisen Bhigru und Ehefrau von Vishnu (auch als Narayana bekannt). Gemeinsam leben die beiden in Vaikuntha. Aadi-Lakshmi wird auf Vishnus Schoß sitzend dargestellt; ihre liebevolle Pflege und ihr Dienst an ihrem Ehemann stehen gleichzeitig für ihren Dienst am gesamten Kosmos.

Aussehen: Sie hat vier Arme; zwei Hände halten Lotosblüten, während die anderen in der abhaya- und varada-Handstellung stehen.

Andere Namen von Lakshmi in dieser Gestalt sind: Mahalakshmi, Indira und Ramaa (nicht zu verwechseln mit König Rama aus dem  Epos).

Basiswissen

Die abhaya-mudra ist eine Handstellung, die Schutz und Segen gewährt, während die varada-mudra für die Erfüllung von Wünschen steht.

2. Dhana-Lakshmi → ,Dhanabedeutet materieller Wohlstand. Dementsprechend trägt die Göttin in dieser Form einen roten Sari. Sie hat sechs Arme, die folgende Dinge halten: einen Diskus, ein Muschelhorn, ein Wassergefäß, Pfeil und Bogen, und einen Lotos. Aus ihrer sechsten Hand, die in der abhaya-Handstellung dargestellt wird, fließen Goldmünzen.

3. Dhanya-Lakshmi → Das Wort ,Dhanya‘ bedeutet Korn und verweist auf Lakshmis Rolle in der landwirtschaftlichen Versorgung, in der sie lebensnotwendige Nahrung und somit Nährstoffe für die Menschen gewährleistet. Durch die Fürsorge und Aufmerksamkeit der Göttin können sich alle Gläubigen der Versorgung mit Lebensmitteln sicher sein.

Aussehen: Anders als in ihren vorherigen Gestalten trägt die Göttin einen grünen Sari. In ihren acht Händen hält sie zwei Lotosblüten, Keule oder Stab, Zuckerrohr, Bananen und ein Bündel Paddy (Reisgras). Zwei ihrer Hände werden in der abhaya- und varada-Handstellung gezeigt.

4. Gaja-Lakshmi → Sie erschien während des Umrührens des kosmischen Milchmeeres, ist also die Tochter des Ozeans. In der Mythologie heißt es, dass sie dem Gott Indra dabei half, dessen verlorene Reichtümer wieder aus dem Ozean hervorzuholen. Aus diesem Grund wird sie von ihrer Anhängerschaft als Schutzherrin von Reichtum, Wohlstand und Anmut

Aussehen: In den Darstellungen wird sie von zwei Elefanten flankiert, die sie mit Wasser begießen. Lakshmi selbst sitzt auf einem Lotos. Sie trägt rote Stoffe und hat vier Arme, die zwei Lotosblumen halten und in der abhaya- und varada-mudra gehalten werden.

5. Santana-Lakshmi → Als Göttin der Nachkommenschaft nimmt sie eine zentrale Stellung für das Familienglück Ihre Anhänger/innen bezeugen ihr Respekt und beten sie um die Geburt gesunder Kinder an.

Aussehen: Sie hat sechs Arme, in deren Händen sie folgende Dinge hält: zwei Wasserkrüge, ein Schwert, ein Schild sowie ein Kleinkind, das eine Lotosblüte in der Hand hält. Die sechste Hand steht in der schutzgewährenden Geste.

6. Veera-Lakshmi → Sie steht für Mut, Stärke und Kraft und wird verehrt, um die Hürden des alltäglichen Lebens überwindbar zu machen und Gegner abwehren zu können. Alles in allem gewährleistet sie ein stabiles Leben.

Aussehen: Auch diese Form der Göttin trägt einen roten Sari und hat acht Arme. Ihre Objekte sind: Diskus, Muschel, Pfeil und Bogen, Dreizack/Schwert, Goldbarren (manchmal auch ein Buch). Zwei ihrer Hände stehen in der abhaya- und varada-mudra.

7. Vidya-Lakshmi → Sie ist die Göttin der Bildung und des Wissens und gewährt ihrer Anhängerschaft vor allem Lebensweisheit und einen reichen Erfahrungsschatz. Außerdem wird sie auch als Schutzherrin der Wissenschaft und Kunst

Aussehen: In ihrem Äußeren ähnelt diese Erscheinungsform Lakshmis der Göttin Saraswati. Sie sitzt auf einem Lotos und trägt einen weißen Sari. In zwei Händen befinden sich Lotosblumen, die anderen beiden stehen in der varada- und abhaya-Stellung.

8. Vijaya-/Jaya-Lakshmi → In dieser Form ist sie die Göttin des Sieges über alle Lebensbereiche, insbesondere über schwierige Situationen und alltägliche Bemühungen.

Aussehen: Auch diese Gestalt der Göttin trägt einen roten Sari, sitzt auf einem Lotosthron und hat acht Arme. Ihre Objekte sind Diskus, Muschel, Schwert, Schild, Schlinge und Lotos; wie alle anderen Erscheinungsformen zeigt auch diese die abhaya- und varada-mudra.

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Diwali – Das Fest zu Ehren der Glücksgöttin

Diwali – Das Fest zu Ehren der Glücksgöttin

 

Obwohl Lakshmi sich allseits großer Beliebtheit erfreut, wird sie insbesondere von Frauen geachtet. Für viele Gläubige ist sie außerdem eine Hausgöttin und wird in ihrer schützenden und gebenden Rolle zur Schützerin der Familie.

Angebetet wird Lakshmi vor allem an Freitagen in Privathaushalten, z.B. in den Haushaltschreinen oder Gebetszimmern der Gläubigen.

Als wichtigste Monate für ihre Verehrung gelten allerdings Oktober und November, denn dann findet eines der bedeutensten und größten hinduistischen Feste in Nordindien statt: Diwali.

Wusstest du, dass...

….das Sanskritwort ,Dipavali
,Lichterreihe‚ (Buß, S. 197)  bedeutet?  Es verweist auf die Tradition, überall im Haus kleine Tonlampen aufzustellen, welche der Göttin des Glücks den Weg erhellen sollen. Sie sind das Signal für Lakshmi, um als Gast in die Häuser der Gläubigen einzukehren. Oft werden die Lichter auch auf Flüssen und Seen ausgesetzt.


Das Fest findet am Ende des indischen Monats Ashwin und zu Beginn des Monats Kartika statt. In einer Vollmondnacht werden Lichter und Lampen in Tempeln und Häusern angezündet, um die Göttin als Gast einzuladen.

Während der Festtage trifft man sich mit Familie und Freunden, tauscht Geschenke aus und isst gemeinsam, oft gibt es auch Feuerwerk. Am vierten Tag wird zudem der Abschluss des alten und der Beginn eines neuen Geschäftsjahres für das Handel- und Bankwesen gefeiert. (Buß, S. 197).

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Sekundärliteratur und Quellenangaben:

  • Buß, Johanna: Hinduismus für Dummies. Weinheim: WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, 2019.
  • Das, Subhamoy. „Lakshmi: The Hindu Goddess of Wealth and Beauty.“ Learn Religions, Sep. 23, 2019, learnreligions.com/lakshmi-goddess-of-wealth-and-beauty-1770369.
  • Jansen, Eva Rudy: Die Bildersprache des Hinduismus. Göttinnen und Götter, Erscheinungsformen und Bedeutungen. Haarlem/Holland: Binkey Kok Publications, 2009.
  • https://www.britannica.com/topic/Diwali-Hindu-festival

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Autorin Sophie Dieck von Yoga Stilvoll

Sophie Dieck

Über Sophie Dieck als Autorin

Schon vor meinem Indologie-Studium faszinierten mich ganz unterschiedliche Bereiche der vielfältigen indischen Kultur. Während meiner Aufenthalte in Indien fielen mir oft Schnittpunkte zwischen Alltagskultur und jahrhundertealten philosophischen Traditionen auf, die sich—bewusst oder unbewusst—in den Leben der Menschen manifestiert hatten. Obwohl ich bereits seit langem Yoga in seiner ‚westlichen‘ Fitness-Form praktiziere, lernte ich erst vor ein paar Jahren eine Yogalehrerin kennen, die mir Yoga als allumfassende Philosophie nahebrachte. Durch meine Beiträge möchte ich dieses Wissen gut verständlich weitergeben und meinen Fokus auf die verschiedenen philosophischen Grundgedanken legen, um ein Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis zu schaffen.

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