Ganesha
Ganesha, der charismatische Gott mit dem Elefantenkopf

Ganesha, der charismatische Gott mit dem Elefantenkopf

Ganesha, der charismatische Gott mit dem Elefantenkopf

Ganesha ist der Gott der Weisheit und des Wissens

Der elefantenköpfige Gott Ganesha ist einer der beliebtesten Götter im Hinduismus und hat mittlerweile auch in nicht-hinduistischen Kreisen weltweite Beliebtheit erlangt. Seine Popularität lässt sich nicht allein durch sein unverwechselbares Aussehen, sondern auch mit den besonderen Eigenschaften erklären, für die ihn seine Anhängerschaft verehrt. Ihm zu Ehren werden Mantras rezitiert, Süßigkeiten geopfert und Feste gefeiert. Wer jetzt mehr über die Bedeutung, Entstehung und das Milchwunder Ganeshas erfahren möchte, sollte den folgenden Artikel lesen!

Veröffentlicht von: Sophie Dieck / Aktualisiert am: 03. Januar 2020

Inhaltsverzeichnis:
Wer ist Ganesha?
Welche Symbole zeichnen ihn aus?
Ganesha in der Mythologie
Ganesh-Chaturthi—Das Fest zu seinen Ehren
Ganeshas Milchwunder
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 Wer ist Ganesha?

 Wer ist Ganesha?

Ganesha ist der Gott der Weisheit und des Wissens, Überbringer von Glück und Beseitiger aller Hindernisse. Oft wird er vor wichtigen Unternehmungen, Reisen oder Prüfungen angebetet, um Hürden zu beseitigen und einen erfolgreichen Ablauf zu gewährleisten. Im Süden Indiens gilt er als unverheiratet, während ihm seine Anhänger/innen im Norden die Gattinnen Siddhi (Erfolg) und Buddhi (Einsicht, Verstand) zur Seite stellen.

Ganeshas Ursprünge liegen in der vedischen Zeit. Als Ganapati wird er in der Rigveda erwähnt, auch wenn er zu diesem Zeitpunkt noch nicht als einheitliche Figur auftritt. Wahrscheinlicher ist es, dass er mehrere vorhinduistische Gottheiten in sich vereint—der Name ,Ganapati‘ bedeutet dementsprechend ,,Herr der Scharen‘‘—und erst ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. in seiner heutigen Form erkennbar ist.

Auf einen Blick:

Ganesha und seine Namen

  • Als Beseitiger aller Hindernisse ist er als Vigneshvara und Vinayaka bekannt
  • Da er nur einen Stoßzahn trägt, wird er auch oft als Ekadanta bezeichnet
  • Ganapati, der ,,Herr der Scharen‘‘, ist ein weitere Beiname
  • Häufig wird er auch als Ganesh bezeichnet

Dies sind nur einige der vielen verschiedenen Beinamen Ganeshas.

Als Patron der Wissenschaft und Schriften und Beseitiger von Hindernissen wird Ganesha oft als Glücksbringer angesehen. Er erfreut sich in ganz Indien großer Beliebtheit, wobei Mumbai im westlichen Bundesstaat Maharashtra eines der Zentren seiner Verehrung darstellt.

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Welche Symbole zeichnen ihn aus?

Welche Symbole zeichnen ihn aus?

Wie alle Gottheiten des Hinduismus hat auch Ganesha bestimmte Attribute, durch die er sich auszeichnet. Am auffälligsten an ihm ist wahrscheinlich der Elefantenkopf, der auf einem menschlichen Körper thront. (Wie es dazu kam, könnt ihr weiter unten nachlesen.)

Er hat einen dicken Bauch und wird meistens mit vier oder mehr Armen dargestellt. Oft sitzt er auf einer geöffneten Lotosblüte; in seiner Nähe befindet sich sein Reittier, die Ratte.

In seinen vielen Händen hält er mehrere Gegenstände, die eine eigene Bedeutung haben:

  • Das Fangseil à Es steht für die Bindung an weltliche Dinge und die Fähigkeit, das Böse und Unwissenheit einzufangen.
    Welche Symbole zeichnen Ganesha aus?

    Ganeshas bestimmte Attribute

  • Der Stachelstock à Er wird in Indien benutzt, um Elefanten Befehle zu erteilen. In der Hand einer Gottheit symbolisiert er Tatkraft und die Fähigkeit, Verstand zu erkennen und zu lenken.
  • Die Schale mit Süßigkeiten à Sie steht für Ganeshas Naschsucht und seine Liebe zu Süßigkeiten.
  • Der dicke Bauch à Er ist ein Symbol für das Universum.
  • Der Schlangengürtel à Um seinen Bauch trägt Ganesha oft einen Schlangengürtel. Schlangen stehen in der hinduistischen Symbolwelt u.a. für Weisheit.
  • Die Ratte à Sie ist das Reittier Ganeshas.
  • Die Schutzhaltung à Ganeshas rechte Hand wird mit der geöffneten Handfläche nach vorne ausgestreckt gezeigt. Diese Handstellung wird als ,Abhaya‘ bezeichnet und bedeutet Segen und Schutz.
  • Der Lotos à Er ist u.a. ein Symbol für Glück.

Ganesha tritt in rund 90 verschiedenen Erscheinungsformen auf. Manchmal wird er auch mit vier Köpfen gezeigt. In Gestalt des Omkara-Ganapati wird das Zeichen für die heilige Silbe OM so geformt, dass sie der Gestalt eines Elefanten ähnelt.

Der tanzende Ganesh wird Nritya-Ganesha genannt und weist leichte Ähnlichkeiten zu Shivas kosmischem Tanz auf. Auch Ganeshas umhertanzende Füße zerstören die Welt und lassen sie gleichzeitig wieder auferstehen. Der tanzende Ganesh symbolisiert den Herzschlag des Universums und vereint alle bestehenden Erscheinungsformen in sich.

Ganesha in der Mythologie

Ganesha in der Mythologie

Ganeshas Geburt

Wie für die meisten Gottheiten im hinduistischen Pantheon gibt es auch zu Ganeshas Entstehung mehrere Geschichten. Eine davon besagt, dass die Göttin Parvati während eines Bades aus den Verunreinigungen ihrer Haut eine Figur erschuf und dieser Leben einhauchte. Sie trug ihrem neuen Sohn auf, die Tür ihres Zimmers zu bewachen und niemanden hereinzulassen.

Ganesha befolgte ihre Anweisungen pflichtbewusst. Als aber Parvatis Ehemann Shiva nach langer Askese heimkehrte und den Zugang zu seiner Frau versperrt sah, wurde er so wütend, dass er Ganesha den Kopf abschlug. Parvati war daraufhin untröstlich und Shiva versprach ihr, Ganesha durch den Kopf des ersten Lebewesens, das ihm über den Weg laufen würde, wieder zum Leben zu erwecken. Wahrscheinlich könnt ihr euch denken, welches Tier dann um die Ecke kam…

Die Geschichte von Ganesha und dem Mond

Alles begann mit Ganeshas Liebe zu Süßigkeiten. Als einer seiner Anhänger ihm Naschwerk anbot, nahm er dieses an. Auf seinem nächtlichen Heimweg jedoch stolperte er, woraufhin alle Süßigkeiten zu Boden fielen. Verschämt hob er sie auf und sah, dass der Mond alles beobachtet hatte und ihn auslachte.

Der falsche Stolz und die Eitelkeit des Mondes machten Ganesha wütend und er stieß einen Fluch gegen ihn aus. Schnell versuchte der Mond, sich zu entschuldigen. Nach einer Weile vergab Ganesha ihm, aber der Fluch war bereits ausgesprochen: Von diesem Tag an sollte der Mond nicht mehr unverändert rund bleiben, sondern im Verlauf von 15 Tagen stetig ab- und wieder zunehmen. So begannen die verschiedenen Mondphasen.

 

 Der brüderliche Wettstreit

Eines Tages gerieten Ganesha und sein Bruder Kartikeya (auch als Skanda bekannt) über die Frage, wer von beiden der Ältere sei, in einen Streit (in einer anderen Version streiten sich die beiden um eine göttliche Frucht). Zur Lösung des Zwists kam Shiva zu Hilfe. Er sagte, dass derjenige gewinne, der als erster die komplette Welt umrunden könne.

Sofort brach Kartikeya auf seinem Reittier dem Pfau auf, um die Aufgabe als erster zu erfüllen. Ganesha hingegen ließ sich Zeit und begann dann, seine Eltern Shiva und Parvati dreimal zu umrunden. Verwundert fragten sie ihn, warum er dies tue. Er antwortete, dass seine Eltern seine gesamte Welt ausmachen würden. Aus Freude über seine Weisheit und seinen Respekt ihnen gegenüber gewann letztlich Ganesha den Wettstreit.

Das Ganesha-Mantra

Ganesha zu Ehren sind mehrere Mantras im Umlauf. Die Rezitation oder das Singen dieser Mantras soll negative Energien abwehren und alle geplanten Unternehmungen, Prüfungen etc. erfolgreich verlaufen lassen.




Das Mantra in diesem Link weist harmonische Textvariationen auf. Traditionell wird das Mantra 108 Mal mit gleichem Text in verschiedenen Intonationen wiederholt. Der Text handelt von der Ehrerbietung der Gläubigen und besingt seine vielfältigen Qualitäten.

Ganesh-Chaturthi—Das Fest zu seinen Ehren

Ganesh-Chaturthi—Das Fest zu seinen Ehren

Der Geburtstag Ganeshas wird zwischen August und September als Ganesh Chaturthi oder Ganapati Festival gefeiert und markiert gleichzeitig das Ende der indischen Regenzeit. Während der 10-tägigen Feierlichkeiten werden große und kleine Statuen des Gottes in den Häusern der Gläubigen oder in Nachbarschaften aufgestellt.

Oft gibt es zwischen den verschiedenen Stadtvierteln Wettbewerbe, in denen die schönste oder größte Ganesh-Statue gekürt wird. Im Verlauf des Festes werden ihm Kokosnüsse und Süßigkeiten als Opfer dargebracht.

Am letzten Tag beginnen unzählige Prozessionen mit ihren Statuen durch die Städte (oder Dörfer) zu ziehen. Unter Singen und Tanzen werden die vielen Ganeshas entweder getragen oder auf Handwagen, Autos, Lkw etc. in Richtung Meer oder Fluss befördert. Dort angekommen, werden seine Abbilder feierlich im Wasser versenkt.

Ganesh-Chaturthi ist besonders im westindischen Bundesstaat Maharashtra beliebt, wird aber auch an anderen Orten in Indien und mittlerweile sogar weltweit gefeiert.

Ganeshas Milchwunder

Ganeshas Milchwunder

Am 21. September 1995 erregte Ganesha weltweites Aufsehen. In einem Traum sah ein Mann aus Neu-Delhi, dass es Ganesha nach Milch verlangte. Er eilte zu einem Tempel und wurde gemeinsam mit dem dortigen Priester Zeuge eines Wunders: Die kleine Ganesha-Statue im inneren des Tempels trank die Milch durch ihren Stoßzahn aus!
An jenem Tag wurde dieses Phänomen in weiteren indischen Städten, in Tempeln und Haushalten, sogar in anderen Ländern, bestätigt. In Neu-Delhi war Milch nach kurzer Zeit ausverkauft, weil viele Menschen Teil des Wunders werden wollten.
Wissenschaftler und Skeptiker versuchten, das mysteriöse Verschwinden der Milch durch verschiedene Theorien zu erklären. Nach nur 24 Stunden hörte das Phänomen auf. Gelöst wurde es bis jetzt nie und viele Hindus fanden nur eine weitere Bestätigung für die göttliche Macht Ganeshas.

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Autorin Sophie Dieck von Yoga Stilvoll

Sophie Dieck

Über Sophie Dieck als Autorin

Schon vor meinem Indologie-Studium faszinierten mich ganz unterschiedliche Bereiche der vielfältigen indischen Kultur. Während meiner Aufenthalte in Indien fielen mir oft Schnittpunkte zwischen Alltagskultur und jahrhundertealten philosophischen Traditionen auf, die sich—bewusst oder unbewusst—in den Leben der Menschen manifestiert hatten. Obwohl ich bereits seit langem Yoga in seiner ‚westlichen‘ Fitness-Form praktiziere, lernte ich erst vor ein paar Jahren eine Yogalehrerin kennen, die mir Yoga als allumfassende Philosophie nahebrachte. Durch meine Beiträge möchte ich dieses Wissen gut verständlich weitergeben und meinen Fokus auf die verschiedenen philosophischen Grundgedanken legen, um ein Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis zu schaffen.

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