Durga
Durga Muttergöttin und Kriegerin

Durga: Muttergöttin und Kriegerin

Durga Muttergöttin und Kriegerin

Durga – Erhalt und Zerstörung des Kosmos

Für ihre Anhängerschaft ist sie Ma Durga, die Muttergöttin, denn sie bietet Schutz und Zuneigung. Steht Göttin Durga allerdings ihren Feinden gegenüber, verwandelt sie sich in eine erbarmungslose und mächtige Kämpferin. Vielleicht sind es gerade diese Gegensätze, die sie zu einer allseits beliebten Göttin in den hinduistischen Traditionen machen. Welche Geschichten, Symbole und Erscheinungsformen mit ihr in Verbindung stehen, könnt ihr in diesem Artikel herausfinden.

Die Entstehung Durgas

Die Entstehung Durgas 

Die hinduistische Mythologie erzählt von einer Zeit, in der alle Gottheiten von dem Dämonenkönig Mahisha (auch als Mahishasura bekannt) und dessen Dämonenarmee besiegt und schließlich grausam beherrscht wurden.

 

Die Gottheiten verzweifelten zusehends und wussten sich lange Zeit nicht zu helfen. Schließlich beschlossen sie, ihre letzten Kräfte auf die Schaffung einer Göttin zu verwenden, die die Tyrannei  Mahishas beenden sollte: Durga betrat die Welt. Ohne zu Zögern stürzte sie sich in die Schlacht, besiegte den König der Dämonen und stellte die Vorherrschaft der hinduistischen Götter und Göttinnen wieder her.

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Wer ist Durga?

Wer ist Durga? 

Ursprünglich wurde die Göttin wahrscheinlich als Verkörperung der Urkraft verehrt. Von ihrer Anhängerschaft verlangt sie noch heute den Willen, sich ihr zu unterwerfen und Opfer zu bringen – in früheren Jahrhunderten handelte es sich dabei auch um Menschenopfer, später dann um Tieropfer.

 

Ihr Name bedeutet ,,die schwer Zugängliche“; sie wird noch häufig mit Erschaffung, Erhalt und Zerstörung des Kosmos in Zusammenhang gebracht. Ihre Anhänger/innen glauben, dass Durga sie vor bösen Mächten bewahren und ihre Leiden beseitigen kann. Sie wird vor allem für ihre liebevolle, schützende Seite geschätzt und verehrt.

 

Wenn die Erde und das auf ihr existierende Leben allerdings wieder einmal von bösen Mächten bedroht wird, verwandelt sich Durga in eine unerbittliche Kämpferin, die das Schlechte vernichtet, um wieder Gerechtigkeit herrschen zu lassen.

Wusstet ihr, dass...

… Durga auch Shakti verkörpert, also die weibliche Urkraft der tantristischen Traditionen? Zum einen entstand sie aus den männlichen Gottheiten, stellt aber gleichzeitig die Quelle von deren innerer Kraft und Energie dar. Ohne Shakti könnten die Götter keine einzige ihrer Heldentaten ausführen!

 

Es heißt, dass nur derjenige, der Durga im Kampf besiegen kann, ihr Ehemann werden könnte. Da es im Götterhimmel niemand mit ihr aufnehmen kann, ist sie eine unverheiratete, selbstständige Göttin. Allerdings wird ihr in einigen Regionen Indiens Shiva als Ehemann zugeordnet.


Wie kann man sie erkennen?

Wie kann man sie erkennen?

 

Eines der auffälligsten Merkmale Durgas sind ihre vielen Arme, in den meisten Darstellungen sind es acht bis zehn! Jeder Arm repräsentiert eine der acht Himmelsrichtungen der hinduistischen Mythologie; in jeder Hand hält die Göttin außerdem ein wichtiges Objekt, dass verschiedene Aspekte ihrer Persönlichkeit hervorhebt. Auf ihrer Stirn trägt sie außerdem ein drittes Auge.

 

Durga wird überwiegend auf einem Tiger sitzend dargestellt, manchmal aber auch auf einem Lotosthron.

 

Hier findest du ein Auflistung ihrer 10 wichtigsten Attribute:

Wie kann man Druga erkennen

  Attribute von Durga


  • Dreizack –> Er wird als magischer Vertreiber von Dämonen
  • Schwert –> Es ist das Symbol für Weisheit, steht aber auch für die Kraft der Vernichtung
  • Glocke –> Sie symbolisiert den mystischen Urklang, deutet also auf ihre Rolle als Schöpferin des Kosmos hin. Die Glocke kann zudem als Waffe eingesetzt werden, um alle Dämonen in Schrecken zu versetzten.
  • Trommel –> Ihr Klang wird mit dem Urklang gleichgesetzt und zeigt den Beginn der Schöpfung
  • Schild –> Seine Funktion ist der Schutz vor Feinden.
  • Schädelschale –> Dieses Gefäß ist das Symbol von Gottheiten mit abschreckender Wirkung.
  • Pfeil und Bogen –> Sie repräsentieren die männliche und weibliche Energie, aber auch die Kraft der Liebe und, paradoxerweise, den Todestrieb.
  • Rad –> Es steht für den Kreislauf von Leben und Tod, kann aber auch geworfen und so als Waffe eingesetzt
  • Wasserkrug –> Er symbolisiert Leben und Fruchtbarkeit.
  • Muschelhorn –> Der Klang, welcher aus dem Horn entsteht, schreckt die Dämonen und andere böse Mächte ab.


Welche Formen hat Durga?

Welche Formen hat Durga? 

Wenn sie nicht gerade als Muttergöttin (Ma Durga) oder Bekämpferin der Dämon dargestellt wird, erscheint Durga möglicherweise in einer ihrer neun Avatare (,,Herabstiege“). Diese Erscheinungsformen werden auch ,,Navadurga“ genannt.

  • Shailaputri: Die ,,Tochter des Berges“ ist ihre wohl reinste Form. Sie ist außerdem die Mutter der Natur. Dargestellt wird sie auf einem Bullen, in ihren Händen hält sie eine Lotosblume und einen Dreizack.
  • Brahmacharini: Als weibliche Asketin ist sie sehr gläubig und tief in ihre Gebete versunken. Ihre Attribute sind Wasserkrug und Gebetskette. In dieser Form verhilft die Göttin den Gläubigen dabei, Moksha zu erlangen.
  • Chandraghanta: Ihr Name bezieht sich auf den Kopfschmuck, den sie trägt. Sie steht für Frieden, Ruhe und Wohlstand. Auf Darstellungen reitet sie auf einem Löwen; ihre vielen Arme und drei Augen zeigen an, dass sie sich stets wachsam verhält und bereit ist, sich schnell zu verteidigen.
  • Kushmanda: Ihr wird die Rolle der Schöpferin des Universums zugeschrieben. Durch sie wurde die Dunkelheit mit Licht erhellt. Auch sie hat viele Arme und trägt Glitterelemente an ihrem Körper, die für das strahlende Licht stehen, das von ihr ausgeht.
  • Skandamata: Die ,,Mutter von Skanda“ (der Gott, der auch unter dem Namen Kartikeya bekannt ist) hat vier Arme und drei Augen. Die Lotosblume in ihrer Hand symbolisiert ihre reine Natur.
  • Katyayani: Sie ist die vielleicht erschreckenste Form Durgas. Ihr Haar weht wild um sie herum, ihre 18 Arme zeigen in alle möglichen Richtungen, in einer Hand hält sie einen sehr großen Säbel. Katyayani hat die Fähigkeit, sehr helles Licht auszustrahlen, vor dem sich nichts Schlechtes auf der Erde verstecken kann und dem nichts entgeht. Wie Durga reitet sie auf einem Löwen.
  • Kalaratri: Auch sie hat wildes Haar, ihre Haut ist dunkel. Mit den Waffen ihn ihren Händen und den Flammen, die ihr aus dem Mund schießen, wirkt Kalaratri furchteinflössend. Zusätzlich dazu strahlt ihr Körper Licht aus. Dieser Avatar Durgas repräsentiert Kampfeslust, gleichzeitig aber auch Schutz und Gnade.
  • Mahagauri: ,,Die sehr Hellhäutige“ zeichnet sich zum einen durch ihre übernatürliche Schönheit, zum anderen durch ihre Fähigkeit aus, ihren gläubigen Anhänger/innen inneren Frieden zu verschaffen. Dies gelingt der Göttin, indem sie die Menschen von den Sünden ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft reinigt. Mahagauris Merkmale sind die weiße Kleidung, ihre vier Arme und der Bulle als Reittier.
  • Siddhidrati: Sie ist in der Lage, übernatürliche Fähigkeiten weiterzugeben, außerdem gewährt sie ihren Anhänger/innen wichtige Einsichten und Weisheiten. Ihre Attribute sind Muschelhorn (das Symbol für ein langes Leben) und


Durga Puja – Das Fest zu Ehren der Göttin

Durga Puja – Das Fest zu Ehren der Göttin 

In ihrer Rolle als Mutter und Bekämpferin des Dämons Mahisha wird Durga vor allem im indischen Bundesstaat Westbengalen, im Osten des Landes, verehrt.

Zwischen September und Oktoberfindet jährlich ein zehntägiges Festival statt, das ihren Sieg über das Böse feiert und sie als Shakti verehrt.

 

Dieses Video zeigt dir einige der schönsten Momente während der Durga Puja in Kolkata:



 

Einer ihrer vielen Namen ist auch Mahishashuramardini, also ,,diejenige, die den Dämon Mahisha tötete“. Sie ist die Hüterin des Dharma, also des Weltgesetzes, dem jedes Lebewesen im Hinduismus verpflichtet ist. Während der verschiedenen Festtage wird jeweils einer ihrer Aspekte hervorgehoben und gefeiert.

 

Als Göttin ist sie einzigartig: Durga vereint die wütende Macht der männlichen Götter in sich, bekämpft das Böse und schützt die Gerechten. Um ihre Sonderrolle herauszustellen, wird für die Durga Puja kein Aufwand gescheut.

 

Auf den Straßen in Pandals (einer Art mobiler Tempelbauten), in Privathäusern und Tempeln werden speziell angefertigte Tonfiguren (die mehrere Meter hoch sein können) der Göttin aufgestellt. Oft wird sie während des Momentes dargestellt, in dem sie auf dem Dämon Mahisha steht und dabei ist, ihn zu vernichten.

 

Im Verlauf des Festivals gibt es zahllose Pujas, Feste, Umzüge und andere kulturelle Veranstaltungen. Am zehnten Tag der Durga Puja werden alle Statuen der Göttin feierlich zum Fluss Hooghly getragen, wo sie unter Gebeten und gefühlvollen Verabschiedungen im Wasser versenkt werden.

 

Es heißt, dass die Göttin an diesem letzten Tag von der Erde zurück auf den Berg Kailash, Sitz des Gottes Shiva, zurückkehrt. Die Gläubigen nehmen dies zur Gelegenheit, um ihren Freunden und Familien Besuche abzustatten. Es werden Süßigkeiten verschenkt und Umarmungen ausgetauscht.


Dieser Artikel passt zum Thema: Hinduismus und Götter


Für alle, die jetzt mehr wissen wollen:

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Autorin Sophie Dieck von Yoga Stilvoll

Sophie Dieck

Über Sophie Dieck als Autorin

Schon vor meinem Indologie-Studium faszinierten mich ganz unterschiedliche Bereiche der vielfältigen indischen Kultur. Während meiner Aufenthalte in Indien fielen mir oft Schnittpunkte zwischen Alltagskultur und jahrhundertealten philosophischen Traditionen auf, die sich—bewusst oder unbewusst—in den Leben der Menschen manifestiert hatten. Obwohl ich bereits seit langem Yoga in seiner ‚westlichen‘ Fitness-Form praktiziere, lernte ich erst vor ein paar Jahren eine Yogalehrerin kennen, die mir Yoga als allumfassende Philosophie nahebrachte. Durch meine Beiträge möchte ich dieses Wissen gut verständlich weitergeben und meinen Fokus auf die verschiedenen philosophischen Grundgedanken legen, um ein Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis zu schaffen.

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