Die Bauchatmung

Die Bauchatmung – Ihre Vorteile und Anleitungen zum richtigen Erlernen

Die Bauchatmung hilft bei der Entspannung des gesamten Körpers

Die Bauchatmung ist gesund für Körper und Geist. Sie gilt als die natürliche Atmung des Menschen und wird doch von den wenigsten angewendet. Durch einen hektischen Alltag verfallen die meisten Personen in die Brustatmung. Dabei sind die positiven Auswirkungen der Bauchatmung wichtig für ein ausgeglichenes Lebensgefühl. Wenn du mehr über die zahlreichen Vorteile dieser Atmung erfahren und sie richtig erlernen willst, dann solltest du den folgenden Artikel lesen.

 

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Was ist die Bauchatmung

Was ist die Bauchatmung

In der Yoga-Praxis gilt die Bauchatmung als grundlegende Atmung für alle asanas (die Yogaübungen). Hierbei wird sie bewusst wahrgenommen und so verinnerlicht, dass sie während der Übungen beinahe automatisch abläuft.

In ihrem Alltag benutzen die meisten Menschen hingegen die Brustatmung. Über den Bauch atmen sie zumeist nur unbewusst in entspannten Zuständen, z.B. während des Sitzens oder Schlafens.

Da die Bauchatmung mithilfe des Zwerchfells (eine Muskelplatte, die eine Art Trennwand zwischen Brust- und Bauchbereich bildet) ausgeführt wird, nennt man sie auch häufig Zwerchfellatmung.

Bei der Einatmung bewegen sich die inneren Organe zusammen mit dem Zwerchfell leicht mit, d.h. die Lungenflügel öffnen sich nach unten hin, die Bauchmuskeln dehnen sich nach vorne und nach den Seiten aus. Dabei werden die Bauchorgane sanft massiert und die eingeatmete Luft kann besser nach unten fließen. Außerdem wird der Blutstrom im Bauch- und Brustbereich angeregt.

 

Warum ist eine richtige Atmung so wichtig?

Vielleicht fragst du dich trotz all dieser Fakten gerade, warum eine richtige Atmung so wichtig sein soll? In der Yoga-Praxis heißt es, dass durch die Einatmung Sauerstoff und wichtige universelle Lebensenergie, das sogenannte prana, aufgenommen und mit der Ausatmung schädliche Stoffe ausgeschieden werden.

Durch kontrolliertes und bewusstes Atmen, dem pranayama, sollen diese Wirkungsweisen verbessert und schließlich Körper und Geist miteinander in Einklang gebracht werden. Ein höheres Level an Lebensenergie und weniger innere Verunreinigen führen dieser Theorie zufolge zu einer verbesserten Gesundheit und mehr Zufriedenheit.

 

Das Ziel des Yoga-Unterrichts ist es deswegen, die Vorgänge während des Atmens bewusst wahrzunehmen und einen Übergang zur natürlichen Atmung über den Bauch zu finden.

Bei der Bauch-/Zwerchfellatmung liegt der eigene Fokus logischerweise auf dem Bauchbereich. Durch diese Art der Atmung findet der Körper Kühlung, innere Verunreinigungen werden abgebaut und innere Ruhe gefördert.

Wodurch unterscheiden sich Brust- und Bauchatmung?

Wodurch unterscheiden sich Brust- und Bauchatmung?

Die meisten Menschen benutzen in ihrem alltäglichen Leben die Brust- oder Schlüsselbeinatmung, meistens geschieht dies unbewusst. Oft sind Stress und Schnelllebigkeit die Ursachen. Einer der wichtigsten Gründe für die vorherrschende Brustatmung ist in den meisten Fällen Unkenntnis, denn viele Personen wissen schlicht und einfach nicht, dass es eine richtige Atmung gibt.

Die Atmung mithilfe des Zwerchfells wirkt sich positiv auf den Körper aus

Während der Atmung in den Brustraum werden Atemabstände und Herzschlag schneller. Da bei der Brustatmung nur rund ein Drittel des Lungenraums genutzt wird, wird insgesamt weniger Sauerstoff aufgenommen, als es mit der Bauchatmung der Fall wäre. Die Sauerstoffversorgung reicht demnach nur für die grundlegendsten körperlichen Funktionen, nimmt aber kein zusätzliches prana auf. 

Bei der Bauchatmung hingegen wird die ganze Lunge mit Sauerstoff gefüllt. Bei der Ein- und Ausatmung in den Bauchraum werden die Eingeweide leicht runtergedrückt und der Bauch dehnt sich erst aus und wird dann wieder eingezogen. Im Vergleich zur Atmung im Brustraum verbraucht die Atmung mit dem Bauch auch viel weniger Energie und die Aufnahme von universeller Lebensenergie wird gesteigert.

VIDEO: YOGA-SPECIAL – ATEMÜBUNG FÜR DIE BAUCHATMUNG

VIDEO: YOGA-SPECIAL - ATEMÜBUNG FÜR DIE BAUCHATMUNG


Welche Vorteile bringt die Bauchatmung?

Welche Vorteile bringt die Bauchatmung?

Es bringt dir viele Vorteile, wenn du in den Bauchbereich atmest. Hier findest du eine Liste mit den 6 Wichtigsten:

  • Deine Atemzüge werden langsamer und entspannter
  • Dein Schulterbereich entspannt sich automatisch
  • Atemwegserkrankungen kann vorgebeugt werden
  • Dein Herzrhythmus wird gleichmäßiger
  • Du nimmst die maximale Menge an Sauerstoff auf
  • Der untere Bereich deiner Lungen wird durch den entstehenden Luftstrom von Schleim (und den darin lebenden negativen Energien) gereinigt

Wie du trotz Stress und Angst richtig atmen kannst:

Wie du trotz Stress und Angst richtig atmen kannst:

Im täglichen Leben kommt es oft vor, dass du dich nicht so auf deinen Körper konzentrieren kannst, wie es vielleicht möchtest. Durch Ärger, Stress, negative Emotionen und andere Ablenkungen kann es passieren, dass sich dein Zwerchfell anspannt – das führt häufig zu einer blockierten Bauchatmung.

In emotional fordernden Situationen ist es deswegen wichtig, dass du dich trotzdem auf deine Atmung konzentrierst und auf eine Vertiefung und Beruhigung deiner Ein- und Ausatmung achtest. Nur so kannst du dein inneres Gleichgewicht wiederherstellen.

 

DIESES VIDEO GIBT DIR WEITERE TIPPS ZUR RICHTIGEN ATMUNG IN SCHWIERIGEN SITUATIONEN:

Wie wirkt sich die Zwerchfellatmung auf Körper und Geist aus?

Wie wirkt sich die Zwerchfellatmung auf Körper und Geist aus?

Wenn du regelmäßig an deiner Bauchatmung arbeitest und bewusst auf deine Atemprozesse achtest, kannst du nach einiger Zeit positive Veränderungen in deiner geistigen und körperlichen Gesundheit wahrnehmen:

Körperliche Ebene:

  • Verbesserte Gehirnfunktion
  • Kräftigung und gleichzeitige Entspannung des Zwerchfells
  • Ein gesünderes Herz-Kreislaufsystem durch Entlastung des Herzens und vermehrter Sauerstoffaufnahme
  • Stärkung des Beckenbodens und evtl. Vorbeugen von Inkontinenz
  • Förderung der Verdauung, verminderte Verdauungsbeschwerden
  • Senkung des Blutdrucks

 

Geistige Ebene:

  • Abbau von negativen Gedanken und Gefühlen, wie z.B. Ärger, Neid, Ungeduld etc.
  • Stressminderung
  • Innere Ausgeglichenheit und Ruhe
  • Erhöhtes Selbstvertrauen

2 Anleitungen zum Ausprobieren

2 Anleitungen zum Ausprobieren

Nachdem du so viel über die Bauchatmung und ihre vielen positiven Effekte gelesen hast, willst du bestimmt wissen, wie du sie erlernen kannst. In den beiden Anleitungen erfährst du Schritt für Schritt, auf was du achten musst.

 

Bevor du beginnst…

Bei den Atemübungen im Yoga ist es generell wichtig, dass du dich in einer aufrechten Haltung befindest. Am besten suchst du dir einen ruhigen Ort, an dem du dich mit aufgerichteter Wirbelsäule und geradem Kopf hinsetzten oder hinstellen kannst. Wenn du dich in der Lotosposition oder auf dem Boden unwohl fühlst, kannst du auch gerne einen Stuhl zu Hilfe nehmen.

Achte immer darauf, möglichst entspannt und tief ein- und auszuatmen, um die maximale Wirkung der jeweiligen Übung zu erzielen. Atme nur durch deine Nase aus und ein.

Im Laufe der Zeit wirst du bemerken, dass du deine fehlerhafte Atmung verbesserst, deinen Atem kontrollierst und schließlich in deinen eigenen Atemrhythmus verfällst.

Die Bauchatmung im Sitzen

  • Setze dich in gerader Haltung auf den Boden oder auf einen Hocker/Stuhl. Lege eine Hand auf deine Brust, die andere auf deinen Bauch.
  • Atme einmal automatisch ein und wieder aus, wie du es auch in deinem Alltag tust. Achte dabei auf die Bewegung deiner Hände: Welche Hand bewegt sich am meisten mit deiner Atmung?
  • Wenn du merkst, dass sich deine Hand im Brustbereich am meisten bewegt, konzentriere dich bewusst auf deinen Bauchraum.
  • Versuche, bei der nächsten Einatmung deinen Atem in den Bauchraum zu lenken. Spüre dabei, wie sich die Hand auf deinem Bauch mit Einströmen der Luft nach außen wölbt. Bei der Ausatmung wird er wieder nach eingezogen.
  • Wiederhole diese Schritte mehrere Male hintereinander, um dich mit dem neuen Gefühl vertraut zu machen.

 

Die Bauchatmung im Liegen

  • Lege dich auf eine bequeme, aber feste Unterlage. Lege eine Hand auf deinen Bauch, die andere auf deinen Brustbereich.
  • Atme zu Beginn einmal ein und wieder aus, achte auf die Bewegung deiner Hände.
  • Atme dann tief ein und lasse langsam Luft in deine Lunge strömen. Versuche, diese Luft in Richtung deines Bauchs wandern zu lassen. Du wirst merken, wie sich die Bauchdecke unter deiner Hand hebt. Leichter Druck auf deinen Brustkorb kann verhindern, dass du doch wieder in die Brustatmung verfällst.
  • Atme durch die Nase aus und drücke dabei leicht auf deine Bauchdecke. Du wirst merken, wie diese automatisch zurücksinkt.
  • Führe diese Schritte mehrere Male hintereinander aus und gewöhne dich an das noch unvertraute Gefühl.

 

Halte nach der Übung kurz inne und spüre den Vorgängen in deinem Körper nach. Eine regelmäßige Praxis ist auch hier wichtig, denn die richtige Atmung lässt sich nicht von einem Tag auf den anderen perfektionieren. Mit etwas Geduld und den vielen Vorteilen der Bauchatmung vor Augen gelingt es dir aber sicherlich bald!

Ich wünsche dir viel Vergnügen beim Ausprobieren.

Hat dieser Text dir weitergeholfen oder dich sogar inspiriert? Oder hast du Anmerkungen, die du gerne teilen möchtest? Ich freue mich auf deine Meinung!

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Für alle, die noch mehr wissen wollen:

  • Waesse, Harry; Kyrein, Martin: Yoga für Einsteiger. München: Gräfer und Unzer-Verlag, 2010. (eBook)
  • Kistenmacher, Gitta: Die Atemschule des Yoga – Übungsbegleiter zum tieferen Verständnis der Pranayama-Praxis. Darmstadt: Schirner Verlag, 2012.
  • https://www.focus.de/gesundheit/gesundheitsmanagement/tid-23169/atem-coach-6-ueben-sie-die-bauchatmung_aid_651495.html 
  • https://www1.wdr.de/wissen/mensch/unser-bauch/unser-bauch-bauchatmung-100.html
  • https://wildgans-qigong.de/warum-die-bauch-oder-qi-atmung-so-gut-ist-und-warum-wir-nicht-mehr-richtig-atmen/
  • https://yoga-papenburg.de/bauchatmung-vorteile/



Autorin Sophie Dieck von Yoga Stilvoll

Sophie Dieck

Über Sophie Dieck als Autorin

Schon vor meinem Indologie-Studium faszinierten mich ganz unterschiedliche Bereiche der vielfältigen indischen Kultur. Während meiner Aufenthalte in Indien fielen mir oft Schnittpunkte zwischen Alltagskultur und jahrhundertealten philosophischen Traditionen auf, die sich—bewusst oder unbewusst—in den Leben der Menschen manifestiert hatten. Obwohl ich bereits seit langem Yoga in seiner ‚westlichen‘ Fitness-Form praktiziere, lernte ich erst vor ein paar Jahren eine Yogalehrerin kennen, die mir Yoga als allumfassende Philosophie nahebrachte. Durch meine Beiträge möchte ich dieses Wissen gut verständlich weitergeben und meinen Fokus auf die verschiedenen philosophischen Grundgedanken legen, um ein Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis zu schaffen.

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