Atemtechniken im Yoga
Ein gesundes Leben durch eine freie Atmung

Durch Atemtechniken im Yoga energievoll leben.

Atemtechniken im Yoga – Entspannt und energiegeladen leben

Ein gesundes Leben durch eine freie Atmung

Durch Atemtechniken im Yoga energievoll leben.

Atmen scheint die selbstverständlichste Sache der Welt zu sein, denn wir tun es in jeder Sekunde unseres Lebens und nehmen es gleichzeitig kaum bewusst wahr. Dabei kann man lernen, auf die richtige Weise zu atmen und damit Körper und Geist Gutes zu tun. Spezielle Atemtechniken im Yoga können dir dabei helfen, ein inneres Gleichgewicht zu finden, Energie zu tanken und zu entspannen. Welche verschiedenen Atemtechniken es gibt und welche Wirkungsweisen sie haben, findest du in diesem Artikel heraus.   

 

Welche Rolle spielt die Atmung für Körper und Geist?

Welche Rolle spielt die Atmung für Körper und Geist?

Richtig atmen kann man nicht erlernen…oder etwa doch? Jeden Tag atmen wir unzählige Male ein- und wieder aus, ohne viel über diesen Prozess und seine Auswirkungen auf uns nachzudenken. Frei nach dem Motto: Ich atme, also bin ich.

Dass Atmen aus mehreren überaus wichtigen Schritten besteht und durchaus erlernt werden kann, um seine Effekte auf Körper und Geist zu verbessern, wissen nur die Wenigsten. In der Yoga-Philosophie ist schon seit Jahrhunderten bekannt, dass der Atem Körper und Geist eines Menschen miteinander verbindet und dass der seelische Zustand durch eine tiefe, bewusste Atmung verbessert und beeinflusst werden kann.

So eng sind Atmung und psychischer Zustand miteinander verknüpft, dass man auch die Gleichung ruhiger Atem = ruhiger Geist aufstellen kann. Denn durch eine natürliche Atmung wird der Körper entspannt und die Seele geöffnet (Vgl. Waesse; Kyrein, S. 10).

 

Hier findest du die wichtigsten Funktionen des Atemprozesses:

  • Aufnahme von Sauerstoff
  • Problemloser Ablauf der Stoffwechselfunktionen
  • Verbesserte Funktion des Gehirns
  • Energiegewinnung
  • Herstellung des natürlichen inneren Gleichgewichts
  • Auflösung negativer Gefühle und Gedanken
  • Steigerung der Zellatmung
  • Im Körper wird Wärme erzeugt und man fühlt sich belebt

 

Vielleicht fragst du dich, was genau bei der Einatmung passiert? Wenn du einatmest, gelangt Sauerstoff über die Atemwege, also Nase, Mund, Rachen und Kehlkopf in die Luftröhre und von dort in die Bronchien und Lungen.

Erst in den Lungenbläschen findet ein Austausch der Gase statt; der frische Sauerstoff gelangt schließlich über die Blutgefäße ins Blut und von dort in die Zellen des Körpers.

Warum soll die Atmung im Yoga gesteuert werden?

Warum soll die Atmung im Yoga gesteuert werden?

In der Yoga-Praxis heißt es oft, dass die Ein- und Ausatmung kontrolliert werden kann. Aber warum ist diese Steuerung notwendig?

Da die meisten Menschen ihre Atmung im Alltag nicht bewusst wahrnehmen, können Fehlstellungen und Unterfunktionen im Körper entstehen. Das Ziel des Yoga ist es deswegen, mit wachem Geist zu atmen und nach und nach wieder zur natürlichen Atmung, auch als Vollatmung oder Yoga-Tiefatmung bekannt, überzugehen.

In der Yoga-Theorie wird gemeinsam mit dem Sauerstoff auch prana, die universelle Lebensenergie, aufgenommen. Durch Yoga-Übungen wird die Aufnahme von Sauerstoff gefördert und bei der Ausatmung gleichzeitig der Ausstoß schädigender Stoffe erhöht.

Pranayama kurz erklärt:
Die Yoga-Lehre besagt, dass es sich bei prana um die feinstoffliche Energie des Universums handelt. Jeder Mensch trägt bereits seit seiner Geburt einen bestimmten Anteil von prana in sich. Viel universelle Energie bedeutet Lebensfreude und Energie, wenig prana drückt sich häufig in Erschöpfung, Lustlosigkeit und Schwächegefühlen aus.

Wer sein prana steigert, z.B. durch die Ausübung von Yoga, kann zu mehr innerer und äußerer Ausgeglichenheit und Kraft finden.

Pranayama ist die Lenkung der universellen Energie und deren freiem Fluss im Körper. Insbesondere durch bestimmte Atemtechniken kann prana gelenkt werden, denn es gelangt u.a. durch den Atem in unseren Körper.

 

Im Yoga spielen die drei Bereiche Konzentration, Körperübungen (asanas) und Atmung eine nicht zu unterschätzende Rolle. Obwohl alle drei Aspekte gleich wichtig sind, bilden die Asanas die Voraussetzung für eine wirkungsvolle Steuerung des Atems.

Bereits in den Übungen wird der Atem beruhigt, vertieft und gleichmäßig. Mithilfe verschiedener Yoga-Übungen sollen all jene Verunreinigungen gelöst werden, die normalerweise den Fluss des prana blockieren. Wenn die universelle Energie problemlos fließen kann, zeigt sich das in einer verbesserten Gesundheit, innerer Zufriedenheit und schließlich in weiterem Raum für die Aufnahme von prana.

VIDEO: HATHA-YOGA MIT DER ATMUNG VERBUNDEN

VIDEO: HATHA-YOGA MIT DER ATMUNG VERBUNDEN


Welche Atemtechniken im Yoga gibt es?

Welche Atemtechniken gibt es?

Die Yoga-Praxis kennt Atemübungen für die verschiedensten Lebenssituationen. Ob es sich nun um Techniken für zwischendurch handelt oder um die Atmung in Verbindung mit den asanasmit jeder Ein- und Ausatmung kann die Sauerstoffaufnahme verbessert, das prana erhöht und die Konzentrationsfähigkeit verstärkt werden. Denn durch die Veränderungen im Atemzentrum können auch im Gehirn Transformationen festgestellt werden.

Es gibt Atemtechniken zum Entspannen, Wachwerden, Energie-tanken, Stressabbau und zur Förderung der Verdauung. Zu den Grundatemtechniken des Yoga zählen die Bauch-, Brust-, Rippen- und Schlüsselbeinatmung. Diese können entweder einzeln oder in Kombination miteinander durchgeführt werden.

Viele Bezeichnungen der pranayama-Techniken sind von der Tierwelt inspiriert, da sie sich auf bestimmte Charakteristika der Tiere konzentrieren. Generell kann man im Yoga zwischen der natürlichen und der ,künstlichen‘ Atmung unterscheiden. Bei letzterer handelt es sich um die vom Menschen bewusst ausgeübten pranayama-Übungen.

Darauf solltest du vor und während jeder Atemübung achten

Darauf solltest du vor und während jeder Atemübung achten

Eine der wichtigsten Regeln vorab: Versuche bereits zu Beginn deiner pranayama-Praxis, jede Atemübung ernst zu nehmen und bewusst durchzuführen, bis du sie auf natürliche Weise beherrscht.

 

Vorsicht!

Wenn du an Herzproblemen oder hohem Blutdruck leidest, solltest du bei einigen pranayama-Übungen vorsichtig sein und z.B. das Anhalten des Atems auslassen. Am besten sprichst du vor Beginn der Übungen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

 

Folgende wichtige Hinweise solltest du vor, während und nach der Durchführung der Atemtechniken beachten:

Vor der Atemübung:

  • Einen passenden Ort für die Übung auswählen: Die Übungen können sowohl am Arbeitsplatz, unterwegs und Zuhause durchgeführt werden. Wichtig ist dabei jedoch, dass du relativ ungestört bist und einen ruhigen Platz findest.
  • Einen angemessenen Zeitraum auswählen: Gerade in Momenten, in denen du müde, erschöpft, unkonzentriert und nervös bist, kann dir eine Atemübung wieder frischen Wind verschaffen.
  • Bequeme Kleidung tragen: Um einen freien Atemrhythmus zu gewährleisten, solltest du lockere und atmungsaktive Kleidung tragen.
  • Luft zum Atmen: Achte darauf, dass der Raum, in dem du deine Übungen durchführst, gut gelüftet wurde und du genügend frische Luft zur Verfügung hast.
  • 2 Stunden vorher nichts essen: Um die Atemvorgänge nicht zu stören, solltest du zwei Stunden vor der Übung kein schweres oder fettiges Essen mehr zu dir nehmen. Magen und Darm sollten möglichst leer sein.
  • 30 Minuten vorher nichts trinken: Auch Getränke können deinen Atemrhythmus beeinflussen. Um eine volle Blase zu vermeiden, solltest du ungefähr eine halbe Stunde vor der Atemübung nichts trinken, vor allem keinen Alkohol oder Kaffee.
  • Die Nase freihalten: Da die Ein- und Ausatmung im pranayama ausschließlich über die Nase stattfindet, sollte diese frei sein. Eine verstopfte Nase kannst du auf natürliche Weise mithilfe einer Nasenspülung mit Meer- oder Himayala-Salz lösen.
  • Die Vollatmung beherrschen können: Generell solltest du vor der pranayama-Praxis bereits Erfahrungen mit den grundlegenden Yoga-Übungen gemacht haben und die Vollatmung beherrschen. Viele Atemübungen werden vor den eigentlichen asanas durchgeführt.

 

Während der Atemübung:

Atemtechniken im Yoga – Eine aufrechte Sitzhaltung ist wichtig.

  • Eine aufrechte Sitzposition finden: Das A und O aller pranayama-Übungen ist eine gerade Sitzhaltung, in der die Wirbelsäule aufgerichtet und der Rücken gerade ist. Insbesondere der Schneidersitz bildet eine Art Energiekreis, in dem das prana sich frei bewegen kann und nicht aus dem Körper entweicht. Alternativ kann man auch im Stehen atmen.
  • Atmung durch die Nase beibehalten: Am effektivsten sind die Atemübungen nur dann, wenn du beständig durch deine Nase ein- und ausatmest. Eine Atmung durch den Mund sollte vermieden werden, da hierbei ungefilterte und trockene Luft in die Atemwege gelangt und Schleimhäute sowie Kehlkopf etc. an Feuchtigkeit verlieren können.
  • Regelmäßig Atmen: Versuche die ganze Zeit über, einen regelmäßigen Atemrhythmus beizubehalten.
  • Den Atem tiefer werden lassen: Um die maximale Wirkung für Körper und Geist zu erzielen, solltest du auf eine entspannte und tiefe Ein- und Ausatmung achten.

Nach der Atemübung:

  • Die Übung nachwirken lassen: Gib dir nach jeder Übung einige Minuten Zeit, um wieder in deinen Alltag zurückzukehren.
  • Nicht duschen oder baden: Auch wenn du durch die Übungen ins Schwitzen geraten bist, solltest du dich nicht direkt danach abduschen oder baden gehen, denn der durch die pranayama-Übungen entstandene Schweiß hat eine besondere Wirkung auf den Energiefluss in deinem Körper.

5 essenzielle Atemübungen, die du kennen solltest

5 essenzielle Atemübungen, die du kennen solltest

Das pranayama kennt eine Vielzahl von Atemtechniken, in denen der Atem verlängert und gehalten wird und Atempausen gezielt gelenkt werden. Zu den klassischen pranayamas zählen u.a. die Bauch-, Flanken-, Rücken- und obere Atmung. Diese können entweder einzeln oder zusammen ausgeführt werden.

Hier findest du eine Liste der wichtigsten Atemtechniken des pranayama:

  • Die Bauch-/Zwerchfellatmung

Hier liegt der Fokus auf der Atmung in den Bauch und auf der richtigen Ausatmung. Diese Übung hilft beim Entspannen und beseitigt innere Verunreinigungen.

  • Die Flankenatmung

Bei dieser Übung soll die Atmung in die Seiten des Körpers gelenkt werden. Sie kann dir in stressigen Situationen dabei helfen, wieder zur Ruhe zu kommen.

  • Die Wechselatmung

Hier atmest du abwechselnd durch das linke und rechte Nasenloch und versuchst, den Atem mehrere Sekunden zu halten. Diese Technik kann dir beim Einschlafen helfen und nervöse Zustände lindern.

 

VIDEO: YOGA WECHSELATMUNG FÜR ANFÄNGER

 

  • Die Feueratmung

Diese Atmung reinigt dich von Innen. Sie erhöht den Sauerstoffanteil im Blut und schenkt dir Energie.

  • Die Vollatmung

Diese Atemtechnik verhilft dir zur maximalen Aufnahme von Sauerstoff und universeller Lebensenergie. Sie verbindet die Zwerchfell-, Bauch- und obere Atmung miteinander. Um sie zu beherrschen, braucht es jedoch viel Übung und Ausdauer.

 

Mit etwas Geduld und Willenskraft wirst du die verschiedenen Atemtechniken des Yoga beherrschen und ihre einzigartigen Wirkungsweisen wahrnehmen können. Ich wünsche dir viel Freude bei Ausprobieren!

Hat dieser Text dir weitergeholfen oder dich sogar inspiriert? Oder hast du Anmerkungen, die du gerne teilen möchtest? Ich freue mich auf deine Meinung!

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Für alle, die noch mehr wissen wollen:

  • Waesse, Harry; Kyrein, Martin: Yoga für Einsteiger. München: Gräfer und Unzer-Verlag, 2010. (eBook)
  • Kistenmacher, Gitta: Die Atemschule des Yoga – Übungsbegleiter zum tieferen Verständnis der Pranayama-Praxis. Darmstadt: Schirner Verlag, 2012.



Autorin Sophie Dieck von Yoga Stilvoll

Sophie Dieck

Über Sophie Dieck als Autorin

Schon vor meinem Indologie-Studium faszinierten mich ganz unterschiedliche Bereiche der vielfältigen indischen Kultur. Während meiner Aufenthalte in Indien fielen mir oft Schnittpunkte zwischen Alltagskultur und jahrhundertealten philosophischen Traditionen auf, die sich—bewusst oder unbewusst—in den Leben der Menschen manifestiert hatten. Obwohl ich bereits seit langem Yoga in seiner ‚westlichen‘ Fitness-Form praktiziere, lernte ich erst vor ein paar Jahren eine Yogalehrerin kennen, die mir Yoga als allumfassende Philosophie nahebrachte. Durch meine Beiträge möchte ich dieses Wissen gut verständlich weitergeben und meinen Fokus auf die verschiedenen philosophischen Grundgedanken legen, um ein Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis zu schaffen.

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